So kann es nicht bleiben
Seit dem 12. August 2026 gilt die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR).
Ihr Ziel – weniger Verpackungsabfälle, mehr Recycling und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft – ist richtig.
Doch der Weg dorthin darf unsere Unternehmen nicht mit unverhältnismäßiger Bürokratie belasten.
Gerade kleine und mittlere Unternehmen stehen vor erheblichen zusätzlichen Dokumentations-, Registrierungs- und Nachweispflichten. Besonders problematisch sind die Regelungen beim grenzüberschreitenden Vertrieb:
Selbst kleine Betriebe können dazu verpflichtet werden, sich in verschiedenen EU-Staaten zu registrieren und dort Bevollmächtigte zu benennen – ein enormer bürokratischer Mehraufwand.
Als IHK-Präsident setze ich mich deshalb dafür ein, dass die PPWR praxistauglich nachgebessert wird. Kleine und mittlere Unternehmen müssen von unverhältnismäßigen Pflichten ausgenommen bzw. durch klare Bagatellgrenzen entlastet werden. Was für internationale Konzerne leistbar ist, darf nicht zum bürokratischen Hindernis für einen Handwerksbetrieb oder ein mittelständisches Unternehmen werden.
Unser Ziel ist klar: Nachhaltige Verpackungen ja, aber mit Augenmaß – durch weniger Bürokratie und Regeln, die im Unternehmensalltag wirklich funktionieren.
Zudem besteht dringender Redebedarf mit der EU. Warum stellt sich bei der Einführung von Regulierungen immer wieder heraus, dass diese nicht praxistauglich sind? Welche Rolle spielten die Interessenverbände, und weshalb wurden keine Praxischecks durchgeführt, um diese Mängel frühzeitig aufzudecken?
Liegt hier ein systemischer Fehler vor, der jede noch so sinnvolle Regulierung unbemerkt zu einem bürokratischen Monster aufbläht?